Sonntag, 6. Juni 2010

Was erwartet euch demnächst

Hi,
da ich im Moment vor allem an Kapitel 5 von "Omega" arbeite, komm ich wenig dazu anderes zu schreiben und die Affenhitze in meinem Arbeitszimmer tut ihr Übriges. Dennoch sind zumindest meine Vorstellungen von dem, was demnächst so kommt, etwas konkreter geworden. Zunächsteinmal könnt, sollt, dürft ihr mir gerne Vorschläge posten, wozu ihr gerne mal eine Review lesen würdet. Von mir aus arbeite ich derzeit an einer Reihe, in der ich mich vor allem auf den Umgang mit dem Thema Tod in Film und Fernsehen beschäftigen möchte. Die wird mehrere Teile umfassen: Die erste Ausgabe befasst sich vor allem mit Trauer; Eine weitere soll sich mit Charakteren beschäftigen, deren Tod selbst wahrlich einschneidend für den Zuschauer war; Natürlich kommt auch eine Ausgabe zu den spektakulärsten Todesszenen und die letzte reguläre wird sich einmal dem Ableben wahrer Größen (so Charaktere wie Jacob, Obi-Wan, Dumbledore, etc.) widmen. Vielleicht kommt auch noch je eine zu Toden, die mich ganz persönlich sehr bewegt haben und zu all jenen (vor allem Seriencharakteren), die nicht tot bleiben wollten - ein "Zombie"-Special sozusagen. Ein Film, den ich in nächster Zeit auf jeden Fall in Angriff nehmen will, ist "Adams Äpfel". Eine Serie, der ich mich ausführlich widmen möchte, ist "Veronica Mars", denn die scheint noch immer ein Geheimtipp zu sein, obwohl schon große Namen wie Kevin Smith, Joss Whedon und Stephen King sich als fast schon fanatische Fans geoutet haben.
Für die Losties unter euch (und das ist wohl der ganz überwiegende Teil von schätzungsweise 108%) sei gesagt, dass ich auch an den Nachwirkungen des Finales für den "Lost-Marathon"-Blog eifrig arbeite. Aber wie gesagt: Kapitel 5 geht derzeit vor ;-)
Boshuda ("Namaste" wird langsam langweilig),
Anubis2705

Donnerstag, 3. Juni 2010

Der arme Hobbit

Wider Erwarten wird mein zweiter Post auch noch keine Review. Doch wie ich heute der imdb entnahm (laut meiner Mutter stand es aber die Tage schon in der Zeitung) hat Guillermo del Toro in Sachen Hobbit nun auch noch die Segel gestrichen - zumindest was den Regiestuhl betrifft. Das riecht für mich jetzt schon nach cineastischem Super-GAU. Denn nun sind sowohl Peter Jackson als auch Guillermo del Toro von der Regie zurückgetreten und man muss sich doch fragen: Wer bleibt da noch übrig? Mir fällt auf Anhieb kein Regiesseur ein, dem ich dieses Unterfangen zutrauen würde und der sowohl dazu bereit wäre als auch von den Studios akzeptiert würde. Natürlich liest man derzeit von den üblichen Verdächtigen: Alfonso Cuarón, James Cameron (bitte nicht!!!), J.J. Abrams, Neill Blomkamp, Terry Gilliam, David Fincher und natürlich Fran Walsh (Klar, ihr Mann will nicht mehr und jetzt soll sie, oder wie?). Auch Joss Whedon, Kevin Smith und sogar Quentin Tarantino werden in den Raum geworfen. Ist von denen irgendeiner sonderlich realistisch?
Beginnen wir mit meiner größten Horror-Vision: James Cameron (warum eigentlich nicht gleich Michael Bay oder Uwe Boll...? ich glaub Lothar Matthäus hat im Moment auch nichts großartiges vor). Lassen wir mal außer Acht, dass Cameron die nächsten Jahre eh' viel zu sehr damit beschäftigt ist, seine genmanipulierten Riesenschlümpfe durch den Dschungel zu jagen, so graust mich die Vorstellung, Mr. Mainstream könne sich an Tolkien vergreifen. Denn genau das stört mich an Cameron, hat mich schon immer an ihm gestört und wird mich auch immer an ihm stören: Seine Filme haben keine Ecken und Kanten. Ich weiß jetzt schon, dass die Mädchen sagen: "Aber 'Titanic' war so toooolll!" und meine Geschlechtsgenossen denken an den Terminator und die Aliens und... Um es kurz zu machen: der einzige Film von James Cameron, den ich mir freiwillig ein zweites Mal anschauen würde ist "Avatar" und selbst der ist allenfalls gutgemachtes Popcorn-Kino, aber letztlich hat die Handlung was von Pocahontas trifft Matrix auf Endor. Sorry, aber seine Filme sind mir einfach zu lieblos und für Tolkien braucht man einen Regisseur mit Liebe zum Detail. Kurzum: das einzige, was schlimmer wäre als James Cameron auf dem Regiestuhl des Hobbit, wäre Ursula von der Leyen als Bundespräsidentin... ach, verdammt! Na, wenigstens vergreift sie sich dann nicht mehr an wehrlosen DVD-Covern. (EDit: Die Befürchtung hat sich zumindest in Wohlgefallen aufgelöst)
Ein weiterer Kandidat, der fast noch weniger überrascht, ist Neill Blomkamp. Peter Jackson meinte mal, dass "Der Herr der Ringe" von niemandem hätte gemacht werden dürfen, der die Special-Effects in den Vordergrund drängt, denn die sollen die Handlung tragen und nicht umgekehrt - eine Prämisse, der er selbst bei "King Kong" nicht mehr folgte. Blomkamp kennt man letztlich nur durch einen Film und zwar "District 9". Das war ein überaus ambitionierter Film mit vielen überaus guten Einfällen, einer starken Message und daher viel Potential - doch hier kommt das große ABER: Der ganze Film war so von Action-Sequenzen und Spezialeffekten überladen, dass für die genialen Ideen kein Platz mehr war. Alles, was an "District 9" geistreich war, wurde von Blut und Kampfrobotern erstickt. Was das für den Hobbit bedeuten könnte, dürfte wohl jedem klar sein.
Sollte Alfonso Cuarón die Regie übernehmen, wäre es nicht das erst mal, dass er für del Toro den Ersatzmann bei der Verfilmung eines Fantasy-Bestsellers gespielt hätte. Da ich Cuaróns Regiearbeit bei der Verfilmung von "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" durchaus sehr schätze, wäre er sogar ein Kandidat, den man in Erwägung ziehen sollte, obgleich er einen sehr düsteren Stil hat - aber den hatten Jackson und del Toro auch.
J.J. Abrams halte ich durchaus für einen hervorragenden Filmemacher, doch seine Stärke liegt ja bekanntlich vor allem in der Innovation und originellen Ideen. Beim letzten Star-Trek-Film hat er sich nun an einen bereits existierenden Stoff gewagt. Ich persönlich konnte mit "Star Trek" nie sehr viel anfangen, habe diesen Film aber wirklich genossen, während die meisten Trekkies nicht sonderlich begeistert waren. Was sagt uns das? J.J.Abrams würde aus dem Hobbit sicher ein tolles Kinoerlebnis machen, aber ob das dann noch Tolkiens Hobbit wäre, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Ganz abgesehen davon, dass ich Zachary Quinto als Thranduil ebenso befremdlich fände wie das Cloverfield-Monster als Smaug... am besten mit MiB zusammen.
Für Terry Gilliam gilt wie auch für Kevin Smith: Sie sind in aller erster Linie Satiriker. Terry Gilliam ist ein großartiger Regisseur - das hat er mehr als einmal bewiesen, doch selbst seine Filme aus Zeiten nach Monty Python hatten immer diesen zumeist sehr schwarzen Humor. Kevin Smith wiederum ist vor allem ein genialer Autor. Das gilt auch für Joss Whedon, der stets viel Situationskomik und Popkulturelle Referenzen in seine Projekte einbringt. Fazit: Alle drei richtig geniale Filmemacher (bzw. Serien-Erfinder), aber nicht die richtigen für diesen Job. Die Zeit, die sie auf den Hobbit verwenden müssten, sollten sie lieber in eigene Projekte stecken.
Wer Quentin Tarantino ins Gespräch gebracht hat, will ich lieber gar nicht wissen, aber es gibt eine Menge Gründe, die dagegen sprechen:
  1. Im Hobbit gibt es keine Folterszene
  2. In Mittelerde existieren keine Autos und folglich auch keine Kofferräume
  3. Stich wird nicht von einem schlechtgelaunten Sushipanscher geschmiedet
  4. Der Film sollte ab 12 oder allenfalls ab 16 freigegeben werden können
  5. Tarantinos Stärke ist die Inszenierung als Ganzes (das heißt auch Story, Drehbuch und Dialoge - denkt mal an "Jackie Brown")
  6. Bei der Einnahme von zuviel Pfeifenkraut muss man keinem eine Spritze in die Brust jagen
  7. "Misirlou" ist keine gute Titelmusik für eine Tolkien-Verfilmung
Bleiben noch Fincher und Walsh. Walsh halte ich einfach für so unwahrscheinlich, dass ich da nichts groß zu sagen will: Entweder macht Peter es selbst oder jemand ganz anderes. Und Fincher? Finchers Stil ist düster und seine Filme haben oft etwas Klaustrophobisches... passt einfach nicht.
Ich werfe von mir aus jetzt nochmal den Namen Darren Aronofsky in die Runde, denn der hat mit "The Fountain" gezeigt, dass er auch phantastische Themen bildgewaltig umsetzen kann. Aronofsky beherrscht sowohl die leisen als auch die ganz lauten Töne, was ihn für mich derzeit zum einzigen Regisseur machen würde, dem ich dieses Unterfangen wirklich noch zutrauen würde.
Dass del Toro raus ist, hat aber auch ein gutes: Sein nächster Film wird wohl eher kommen als erwartet. Wird es Hellboy3? Geht es mal wieder ins Spanien des Zweiten Weltkrieges? Oder doch etwas ganz anderes?