Samstag, 14. Mai 2011

Neues Konzept steht... mehr oder weniger^^

So, nach reiflicher Überlegung und Absprache mit zwei befreundeten Film-Freaks ist nun ein Video-Magazin zu Filmen und Serien in Planung, allerdings wollen wir drei etwas über die bloße Vorstellung der Filme hinausgehen, denn solche Magazine gibt es ja schon so einige. Wir werden zu dritt dann wohl das machen, was ich hier und damals für "Lost" gesondert immer wieder in Texten gemacht habe: eine wirkliche Analyse, aber halt nicht so staubtrocken, sondern locker, mit dem üblichen etwas schrägen Humor, den ich ja nun einmal habe. Bei drei Leuten hat man dann auch automatisch unterschiedliche Meinungen und kommt schnell in eine Diskussion. Im Monat werden wir hoffentlich immer so zwei Ausgaben schaffen, die aber beide etwas unterschiedlich im Konzept sind: Die reguläre Sendung werden wir wohl ähnlich aufbauen und organisieren wie man es bei Literatursendungen im Fernsehen häufig macht: Jeder schlägt immer eine DVD vor, die dann besprochen wird - womit wir schonmal bei drei DVDs wären. Um noch etwas mehr Abwechslung reinzubringen machen wir außerdem noch einen Zuschauerwunsch. Da seid ihr dann also gefragt, mir DVDs vorzuschlagen, die ihr gerne mal in der Sendung hättet. Wäre also vier Filme. Hinzukommt ein kurzer Block über wichtige, interessante Neuerscheinungen. Die andere Sendung wird immer ein Special zu einem bestimmten Thema sein, denn ich hatte ja etwa schon länger angekündigt die Harry-Potter-Filme nochmal uner die Lupe zu nehmen und auch andere Tehmenkomplexe spuken mir schon seit geraumer Zeit im Kopf herum. Das erste Special wird sich mit Guillermo del Toro befassen. Im Juli oder August kommt dann, wenn alles glatt geht das HP-Special. Ebenfalls fest geplant ist eine Sendung rund um Vampire (da dürft ihr auch gerne noch Vorschläge und Wünsche schicken, worauf wir auf jeden Fall eingehen sollen) und einmal "Lost- ein Jahr danach". Das mit dem Jahr kommt zwar nicht ganz hin, aber auch hier gilt: Alles, was ihr in der Sendung besprochen sehen wollt, bitte per Mail mitteilen.
Dazu hier nochmal meine Mail-Adresse: timfeldmann@unitybox.de

Sonntag, 3. April 2011

Mal wieder ein bissel was lustiges...

Wird mal wieder Zeit für etwas zum Lachen oder zumindest Schmunzeln. Da ich ohnehin ja gerade mit Fernsehkritik-TV und Pantoffelkino-TV zugange war:

Ein Anruf der etwas anderen Art:

Szenen aus den Fernsehkritik-TV-Klassikern "Anruf bei der Penis-Hotline" und "Bei Anruf Horni" und den "Lost"-Folgen "Tot ist tot", "Der Vorfall", "Konturen der Zukunft" und "Das Leben und Sterben des Jeremy Bentham".

Und wo wir schon bei "Lost" sind:








Leider erkennt man vor dem schwarzen Sternenhimmel das 9live-Logo, das da explodiert wie der Todesstern nur bedingt^^:




Und hier noch eine sehr alte Aufnahme aus den Archiven des Galaktischen Imperiums:

Samstag, 2. April 2011

Wie es weitergeht...

Hi,
so die ersten Video-Versuche waren noch nicht perfekt, aber ich hoffe mal, dass ich von unserem vereehrten Fernsehkritiker noch eine detailliertere Rückmeldung bekomme, damit ich weiß, was ich ausbauen, was verbessern, was streichen soll und so weiter.
Unabhängig davon, werde ich definitiv öfter was in Video-Form machen und da dürft ihr mir gerne auch Sachen vorschlagen oder auch Fragen zu Filmen und Serien schicken, die man dann vielleicht auch mal als Thema erörtern kann oder ähnliches - auf jeden Fall werde ich die harry-Potter-Filme entweder nach der DVD-veröffentlichung von 7.1 Mitte April oder spätestens nach Kinostart von 7.2 mal analysieren, mit dem Buch vergleichen etc.. Ich bin für alles offen und muss mal gucken, ob ich mir vielleicht auch noch Verstärkung dazuholen kann, denn mit einem Ansprechpartner, mit dem man sich die Bälle zuspielen kann, ist alles einfacher als alleine.
Normale Artikel wird es weiterhin geben... einige sind ja schon länger in Arbeit. Weitere Bilder im Southpark-Look kommen jetzt, wo es im SP-Studio endlich einen gescheiten Zauberstab gibt und ich die Harry-Potter-Reihe gut machen kann, demnächst...vielleicht als wöchentliche Serie.
Ansonsten bombadiert mich ruhig mit Vorschlägen, Anregungen, Wünschen etc.


Freitag, 1. April 2011

Kurzreviews III: Ab jetzt als Video - Oh, Graus!

So, es ist endlich soweit: Ich melde mich erstmals als Video ;-)
Ich habe die einzelnen Reviews je als ein Video hochgeladen, weil ich denke, dass es praktischer ist, wenn man gezielt nur auf die Videos zugreifen kann, die einen interessieren. Außerdem könnt ihr so eher mal eine Pause einlegen, wenn ihr meine olle Fratze nicht länger ertragt ;-).
Was mir schon aufgefallen ist: Ich muss mir beim Licht noch etwas einfallen lassen, denn obwohl ich die Rollos oben und sämtliche Lichter an hatte, ist es gerade zum Ende hin recht düster geworden. Okay, und an ein paar Stellen muss ich noch an der deutlicheren Aussprache arbeiten - bin sonst ja auch eher hinter der Kamera tätig und zudem immer noch recht erkältet - und....ähm.. es liegt noch irgendwo zwischen Sarrazin und Robin "aber...ähm" Scherbatsky, was die Hänger angeht, aber ich finde irgendwie noch besser als ablesen wie Horst Köhler. Langer Rede kurzer Sinn - auf geht's:


Kurzes Vorwort und Review zu "Die Vierte Art"

Genre: Science-Fiction, Horror, Mystery
Regie: Olatunde Osunsanmi
Darsteller: Milla Jovovich, Elias Koteas
FSK16


Review zu "Interstate 60"

Genre: Roadmovie, Comedy, Fantasy
Regie: Bob Gale
Darsteller: James Marsden, Gary Oldman, Christopher Lloyd, Amy Smart, Kurt Russel uvm.
FSK12


Kommentar zu Serdar Somuncu: "Der Hassprediger - hardcore live!"

FSK 16


Review zu "V- Die Außerirdischen Besucher kommen" (1983)

Genre: Science-Fiction, Polit-Thriller
Regie: Kenneth Johnson
Darsteller: Jane Badler, Marc Singer, Faye Grant
FSK 16


Review zu "Terry Pratchett's Going Postal"

Genre: Fantasy, Komödie
Regie: Jon Jones
Darsteller: Richard Coyle, David Suchet, Claire Foy
FSK 12

Montag, 28. März 2011

In eigener Sache: Die Zukunft für dieses Blog

Hallo, ihr da draußen.
Nach reiflicher Überlegung, habe ich beschlossen die Kurz-Reviews in Zukunft als Video zu machen - vermutlich gibt es die erste dann am Freitag (nein, ist kein Aprilscherz). Warum ich nun mein furchtbar unfotogenes Äußeres in eine Kamera halten und euch meiner Stimme aussetzen will, hat drei Gründe:
1. Ein erster Testlauf für meinen ersten Gastbeitrag für Pantoffel-Kino-TV im kleinen Kreis.
2. Es ist eine große Zeitersparnis für mich und euch.
3. Ich will meine Kamera endlich mal wieder benutzen.^^
Da ich keine Profiausrüstung habe, wird es in Bild- und Ton-Qualität natürlich nicht mit PK-TV vergleichbar sein, aber es kommt ja letztlich auf den Inhalt an. Die meisten Leute gucken außerdem lieber Filme als Texte zu lesen (ich selbst ja auch^^). Die normalen Blog-Texte gibt es auch weiterhin, aber die Kurz-Reviews funktionieren mündlich genauso gut, denke ich. Ich habe schon erste Testaufnahmen gemacht, die aber leider doch noch etwas zu viele "Ähms" enthalten, da ich versuche die Sachen ganz frei ausm Kopf zu machen, aber es wird schon besser. Beim Ablesen hätte ich vermutlich sogar mehr Hänger, aber ich muss ausprobieren, was besser ist. Es wird also nicht gleich alles Perfekt sein, aber Übung macht den Meister.
Dann bis Freitag,
TIM

P.S.: "Aufgeregt? Come On!" ;-)

Montag, 28. Februar 2011

Ein ganz kurzer Kommentar zu den Oscars



Das war so in etwa meine Reaktion... auf die meisten Auszeichnungen - gerade in den Hauptkategorien - wie jedes Jahr

Sonntag, 13. Februar 2011

Aus aktuellem Anlass: Ich bastel mir ein Event-Movie

Ja, ja... unsere Privatsender und ihre Super-Duper-Mega-Event-Event-Mega-Blockbuster-Super-Event-Movies in einer Deutschlandweiten Weltpremiere... es geht natürlich um die Hindenburg - mit Reiner Calmund in der Rolle der Hindenburg und Veronica Ferres als Ankermast. Ihr merkt schon: Das ist jetzt alles andere als eine ernstgemeinte Rezension, sondern vielmehr ein satirischer Kommentar, dessen Komik durchaus beabsichtigt ist, was man von "Hindenburg" nicht behaupten kann, denn der Film besaß doch mehr unfreiwillige Komik.
Ich kann mir das so richtig vorstellen, wie die Programmplaner von RTL da zusammengesessen haben und sich dachten:
"Wir müssten sowas wie 'Titanic' machen, aber halt in der Luft."
Irgendeiner schrie dann noch:
"Und was mit Nazis, denn ein deutscher Historienfilm braucht seine Nazis." - "Vielleicht sollte auch was explodieren... ?"

"Titanic" in der Luft, Nazis und eine Explosion? Das sind ja gleich drei Dinge aufeinmal.

Also, musste ein großes, graues Überraschungsei her: Die Hindenburg. Tja, und da RTL es von DSDS und Suppentalent gewohnt ist, das Highlight schon ganz zu Anfang anzuteasen und erst am Ende der nächsten Ausgabe zu bringen, beginnt der Film auch mit dem brennenden Zeppelin. Das ist auch sinnvoll, weil der durchschnittliche RTL-Zuschauer von dem Luftschiff und dessen Abgesang vermutlich noch nie was gehört hat und er sich dem Rest des Publikums nicht unterlegen fühlen soll. Ganz abgesehen davon ist der Trend mit den Rückblenden sieben Jahre nach der ersten Lost-Folge nun endlich auch im deutschen Fernsehen angekommen. Wir machen daher einen Sprung zurück in die Exposition, in der uns die Charaktere vorgestellt werden, ehe man geschlagene zweieinhalb Stunden hektisch durch dieses aufgeblasene Stahlungetüm hetzt. Also, was sind nun die Zutaten für die völlig (Achtung! Ganz schlimmes Wortspiel) aus der Luft gegriffene (sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt) Handlung , die man um diese Luftfahrtkatastrophe spinnt?
Klar, wer "Titanic" in der Luft machen will, braucht erstmal einen Typ aus der Unterschicht und eine Frau aus der Oberschicht, die schon anderwärtig versprochen ist, als Liebespaar. Um Schauspieler zu sparen, ist der Knilch, Merten (geiler Name.. warum nicht gleich Kevin oder Torben?), gleichzeitig der Konstrukteur von der fliegenden Riesenzigarre und sie, Jennifer, die Tochter eines amerikanischen Großunternehmers, der den Zeppelin-Heinis gerne Helium verkaufen würde, wenn da nicht dieses böse Embargo wäre, das ihn im übrigen auch daran hindert Göring sein schönes Tetraethylblei zu verkaufen.
Nun trägt diese mit einer ganz zufälligen Begegnung (er stürzt bei seinem ersten Flugversuch mit einem kleinen Gleitflugzeug in genau dem Tümpel ab, an dem sie gerade rumsitzt) eingeleitete Leibesgeschichte nicht für drei Stunden Event-Movie, also benötigen wir noch etwas, das ordentlich Zündstoff bietet...
"Wie wäre es mit...öhm... einer Bombe? Das Ding fliegt so oder so in die Luft, da kann man auch noch was mit einer Bombe an Bord einbauen."
Soweit so gut, das reicht für die Rahmenhandlung. Kommen wir nun zum weiteren Ensemble. Wir brauchen:
- Juden
- einen Schwulen oder zumindest einen, der einer sein könnte
- ein Tier, am besten einen Hund
- einen Zyniker, der alle an Bord durchschaut
- Kinder (ein Junge, ein Mädchen)
- Nazis
- geldgierige, schmierige Geschäftsleute, die hinter dem Komplott mit der Bombe stecken
- deren Helfer
- eine zebrochene Männerfreundschaft
"Kein Problem: Wir nehmen eine jüdische Familie und einen zynischen Transvestiten mit 'nem deutschen Schäferhund. Hat Hannes Janicke Zeit?" - "Ich glaube nicht, dass der einen Schäferhund spielen will." - "Ja, aber die Transe!"
Genau: Wir stecken Jaenicke in einen weißen Designeranzug, verpassen ihm Augen wie Richard Alpert und lassen ihn am Zoll bei der Kofferkontrolle sagen, dass er die Perücke und das Abendkleid für seine "Show" braucht. Es kommt noch besser: Zu der Show gehört natürlich auch der Hund! Und weil Kinder Hunde mögen, kommt die Transe vor der Abreise mit dem Mädchen aus der jüdischen Familie ins Gespräch, von der man natürlich trotz den bedeutungsschwangeren Blicken, dem Getuschel und der Angst in der Nähe von Wehrmachtsoffizieren, zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann, dass sie jüdisch ist. Die Kinder wissen es sogar selbst nicht, weshalb der Junge während der gesamten Fahrt auch die Nazis mit seiner Frage "Wären Sie lieber ein Zeppelin oder eine Messerschidt?" nervt. Der Hund muss in der Szene mit dem Mädchen natürlich noch irgendwas machen....
"Wie wäre es mit einem Hitlergruß?" - "Das ist super! Die Transe sagt dem Mädchen, es soll Zeige- und Mittelfinger zwischen Oberlippe und Nase legen, woraufhin der Köter das Pfötchen hebt. Das find ich toll! Das find ich toll! Das find ich toll!"
Da hat man auch gleich wieder ein bissel was mit Nazis drin, womit wir schon beim nächsten Stereotyp wären.
"Wir brauchen böse Nazis und ganz böse Nazis.... okay, Kretschmann war schon früher nicht für Nebenrollen in TV-Produktionen zu haben und den Waltz können wir uns seit seinem Oscar auch nicht mehr leisten...mmmmh... ." - "Udo Waltz hat einen Oscar?"
Wir nehmen mal Wotan Wilke Möhring (allein schon wegen diesem nordischen Vornamen) und stecken den in eine Luftwaffenuniform - da haben wir schonmal einen nicht ganz so bösen Nazi, der sich in die Jüdin verknallen könnte.
"Wer spielt die eigentlich?" - "Christiane Paul." - "Ist die nicht in New York Kuratorin? Steht bei Wikipedia."
Wenn sie ihn dann zurückweist, droht er die raffgierigen Juden (ach, wie schön, dass es Klischees gibt, die auch fast 70 Jahre nach Hitler noch funktionieren) zu verraten, wenn sie ihm nicht das ganze Geld, mit dem sie fliehen wollten, überlassen. Das Hängen an materiellen Gütern kostet am Ende sowohl den Offizier als auch den Jungen aus der jüdischen Familie sowie dessen Vater das Leben.
Aber wir brauchen auch böse Nazis in so schicken schwarzen SS-Uniformen. Apropos: Wo immer auf dem Bildschirm noch eine freie Stelle ist, muss ein Hakenkreuz hängen. Mal ehrlich, liebes RTL, so deplazierte Hakenkreuze sind sonst meist aufgesprüht. Eine feudale Einfahrt wird gezeigt und da hängt da einmal über den kompletten rechten Bildrand eine Hakenkreuzflagge. Keiner weiß, was die da soll, aber der Zuschauer schnallt sonst wohl nicht, dass wir uns im Dritten Reich befinden, oder was? Zum Gück moniert sich zumindest Heiner Lauterbach in einer seiner vier Szenen (solche "Hauptrollen" spielt sonst nur Christopher Lee) kurz über die Hakenkreuze an seiner schönen Hindenburg.
Ach, die SS ist natürlich Teil der Verschwörung von Göring und Van Zandt (so heißt der dicke, amerikanische Großunternehmer) und nennt sich je nachdem, was die Handlung gerade erfordert, auch schon mal Gestapo... merkt ja keiner. Und kommt mir jetzt nicht mit: Die SS-Offiziere, waren auch Offiziere der Gestapo - die wechseln ihre Funktion in dem Film so wild durcheinander, dass selbst der Führer nicht mehr durchgeblickt hätte.
Jetzt müssen wir nur noch einen blöden Vorwand finden, warum die Frau von Van Zandt, der zusammen mit ihr für die Bombenstimmung an Bord sorgen will, und ihre Tochter trotzdem mit der Hindenburg fliegen...
"Wie wäre es mit einem Schlaganfall? Herzinfarkt? Irgend sowas..."
Tolle Idee! Okay, dann alle Mann an Bord... ach, Moment! Der Dicke lässt seine Frau und Tochter doch nicht einfach so mitfliegen. Schnell Heiner Lauterbach angerufen, der dann dem Merten sagt, dass er die beiden davon abhalten soll, an Bord zu gehen. Nun quatscht Merten auf dem Klo mit seinem Nebenbuhler um Jennys Gunst, der blöderweise auch der Bombenleger ist. Kleine Randnotiz dazu: Ich fühlte mich sehr an "Fahrenheit 9/11" erinnert, als Jenny von der Flugsicherheit wegen der Gefahr des Funkenflugs ihr Feuerzeug abgenommen wird, der Typ aber die komplette Zigarrenkiste mitschleppen darf, in der im Übrigen das Dynamit für die Bombe versteckt ist. Später sehen wir Christiane Paul sogar an Bord in ihrem Zimmer eine Zigarette rauchen - nicht einmal im Raucherraum, wo die Zigarren im Humidor gelagert werden, sondern in ihrer Suite.
Zumindest fängt der Bombenleger eine Schlägerei an, bei der Merten ihn mit einer Fliese ersticht und dann vom Sterbenden von der Bombe erfährt, die natürlich trotzdem von irgendeinem Komparsen zusammengebaut wird... ist so eine Art Bombenbausatz von IKEA oder so. Merten brüllt die Leiche dann noch geschätzte 20 Mal an, wo denn die Bombe sei, während Hannes Jaenicke völlig unbemerkt in der einzigen von der Schlägerei verschonten Toilettenkabine rumsteht und alles beobachtet.
Als Merten blutend aus dem Klo taumelt, gerät er mit seiner trotz des in Schutt und Asche liegenden WCs völlig wahnwitzigen Notwehrstory ausgerechnet an einen in SS-Uniform rumlaufenden Gestapo-Offizier, der von der Bombe weiß. Jetzt muss Merten fliehen und wohin flieht man vor der SStapo in so einer Situation?
Klar: Auf die Hindenburg, weil die da ja keine Funkgeräte haben, mit denen man denen an Bord melden könnte, das ein gesuchter Mörder mitfliegt. Ach, die haben doch Funkgeräte? Ja, das ist dann natürlich dumm gelaufen... .
Jetzt kommt übrigens noch das mit der zerütteten Männerfreundschaft ins Spiel, denn am Boden und an Bord kloppt sich Ulrich Noethen als zum PR-Heini beförderter Luftschifffahrtspionier Kapitän Ernst A. Lehmann mit seinem Kollegen Max Pruss, dem Kapitän der Hindenburg. Kompetenzgerangel wie sonst nur zwischen Polizei und FBI in schlechtgeschriebenen US-Thrillern. An Lehmann zeigt sich aber sehr schön, dass RTL es mit der Historie selbst da, wo es irrelevant für die fiktive Handlung ist, nicht so genau nimmt: der echte Ernst Lehmann war als Beobachter an Bord und erlag seinen Verletzungen einen Tag nach dem Unglück im Krankenhaus. Im Film ist er an Bord, um dafür zu sorgen, dass die beiden Van Zandts vollauf zufrieden sind. Ferner setzt er Pruss immer wieder unter Druck, er solle schneller fliegen, wodurch er das Unglück letztlich mitverschuldet, wohingegen der historische Lehmann noch kurz vor seinem Tod sein Unverständniss bezüglich der Katastrophe äußerte. Im Film stirbt Lehmann bereits an Ort und Stelle: Er schafft es aus der Hindenburg, torkelt neben Pruss durch die Gegend, murmelt noch etwas von "der Junge" und kracht mit Lochfraßbrandwunden am ganzen Rücken nach vorne um wie ein gefällter Baum.
Also, wo waren wir? Ach, ja: Merten hat sich an Bord versteckt und konnte nicht verhindern, dass seine Jenny ebenfalls an Bord geht. Hannes Jaenicke, der seinen Hund schweren Herzens in den Frachtraum sperren lassen musste, lässt derweil in Harvey-Dent-Manier das Schicksal entscheiden: die Münze fällt gegen Hitler und für Hindenburg... es geht also aus wie bei der Wahl 1932.
Nun sind aber alle Passagiere (einer davon blind und einer eine Hündin) und Besatzungsmitglieder endlich an Bord und die Hindenburg fährt los. Im Übrigen bekommen wir von den 97 Personen an Bord (Merten nicht mitgezählt, denn der dürfte als fiktiver, blinder Passagier kaum in der historischen Statistik auftauchen) merkt man im Film jetzt nicht so wirklich was... selbst mit allen Statisten laufen da bestenfalls 30 Gestalten rum. Im großen Aufenthaltsraum scheinen sich prinzipiell nur Personen mit Sprechrollen und ein Tisch mit Statisten aufhalten zu dürfen.
Was dann während der Reise passiert, ist schnell erklärt: es wird gelaufen, gerannt, gequasselt, geprügelt, geklettert, spioniert und intrigiert was das Zeug hält. Hannes Jaenicke bzw. seine Figur Gilles Broca (der Name toppt sogar Merten Kröger) stellt einmal in einer netten Ansprache alle voreinander bloß und quatscht mit seiner hellseherischen Gabe, mit der er bei "The Next Uri Geller" selbst den angemalten Gockel von Vincent Raven ausgestochen hätte, sämtliche Geheimnisse aus - ein tuntiger, zynischer Deus Ex Machina irgendwo mitten im Film... Warum lassen die nicht gleich Christian Shephard aufmarschieren? Der konnte auch so gut mit Hunden... apropos: Wir sehen den Hund im Verlauf des Films noch dreimal:
Einmal im Frachtraum, in dem sich Hannes/Gilles rumtreibt, nachdem er ein junges Besatzungmitglied so lange bequatscht hat, bis er zu seiner schauspielerisch begabten Töle durfte. Dann rennt das Vieh nach dem Unglück völlig verrust zwischen den Krankenliegen rum - wie der Hund es geschafft hat aus seinem Käfig zu kommen und dann die Frachtraumtür zu öffnen, um rechtzeitig den brennenden Zeppelin zu verlassen, erfahren wir nicht. Aber egal wie der Stunt aussah: Da wäre selbst Kommisar Rex neidisch geworden. Und kurz vor Schluss kommt eine gänzlich zusammenhangslose Szene mit Jaenicke und dem Hund in der Maske irgendeines Theaters.
Zwischendurch werden dann noch ein paar Nebenhandlungsstränge aufgeworfen und nie zuende geführt:
Wir erfahren zum Beispiel nie, warum ein Besatzungsmitglied geheime Angriffspläne von Göring dabei hatte. Wir wissen nur, dass der Typ sie hat, Merten überlässt und der sie später gegen Jennys Leben eintauscht, denn die wird von den Ami-Nazis als Druckmittel gegen Merten und Van Zandt festgehalten... man hätte auch nach dem Absturz Schluss machen können, aber es waren halt noch 30 Minuten über, die man nicht auch noch mit Werbung füllen konnte, was aber vielleicht besser gewesen wäre. Zumindest gibt es später noch einen recht wirschen Epilog.
Dann wäre da noch ein Red Hering mit irgendwelchen Nüsschen. Jaenicke gibt dem jüdischen Mädchen seine Glückmünze. Die beiden Kapitäne haben sich von Jetzt auf Gleich plötzlich wieder lieb... und so weiter.
Die Bombe wird im Übrigen noch rechtzeitig von Merten entschärft, was ihm aber nicht viel nützt, weil das Luftschiff ja eh' in die Luft fliegt - an dieser Stelle dann Willkommen zurück in der Wortspiel-Hölle^^
Ja, der Brand schlägt dann am Ende wirklich alles. Merten ist natürlich am nächsten an der Stelle, wo der Brand ausbricht, schafft es aber als erster unversehrt von Bord, während sein Freund und Begleiter, die Flammen kommen sieht, sie anguckt, zu Merten guckt und dann restlos von den Flammen verschluckt wird, die danach zielsicher wie das Rauchmonster aus "Lost" auf Merten losgehen. Überhaupt: Außer Merten haut keiner, der die Flammen kommen sieht, ab. Die bleiben alle stehen und gucken in der Gegend rum, um dann einen möglichst theatralischen Tod zu sterben.
Apropos theatralischer Tod: Im Epilog erschießt Van Zandt erst den bösen Botschaftstypen, der Jenny entführt hat, und dann sich selbst. Man hört die Schüsse, alle gucken, Jenny schreit, Schnitt auf die Leichen.
Ihr merkt schon: Verworren und dennoch handlungsarm, weshalb ich als bekennender Cameron-Hasser fast dazu geneigt bin zu sagen: RTL hat sein Ziel, "Titanic" der Lüfte zu machen, eigentlich erreicht, aber das wäre dann doch etwas übertrieben, denn... so schlecht war der Film jetzt auch nicht. Da würde man "Hindenburg" wirklich Unrecht tun, wenn man ihn auf eine Stufe mit diesem auf Hochglanz polierten, cineastischen Sondermüll stellt ;-) Ach, wie ich mich jetzt schon auf die Hass-Mails freue^^.
Okay, jetzt wisst ihr alles über die Handlung, was sich zu wissen lohnt. Noch ein paar Worte zur Umsetzung:
Der Soundtrack ist... sagen wir mal suboptimal. Gerade in der ersten halben Stunde musste ich oft an "Der Tag des Falken" denken, nur mit dem Unterschied, dass man bei "Hindenburg" mit dieser Filmmusik aus der Hölle längst nicht so viel kaputt machen konnte wie man es einst bei diesem Klassiker getan hat, auch wenn der Falke in Wahrheit ein Bussard war.
Bei den Schauspielern muss ich gestehen: Auch wenn ich nicht verstehe, wie die sich dafür hergeben konnten, Hannes Jaenicke, Christiane Paul, Ulrich Noethen, Hinnerk Schönemann, Jürgen Schornagel und Wotan Wilke Möhring holen aus den recht platten Figuren raus, was möglich war. Lauren Lee Smith schafft es als weiblichen Hauptrolle auch ganz gut die Zerissenheit ihrer Figur glaubhaft darzustellen. Was den männlichen Hauptdarsteller Maximilian Simonischek angeht... Hatte Lothar Matthäus keine Zeit?
Kamera, Regie und Schnitt laufen nach dem etwas holprigen Anfang wirklich zu Form auf. Also, was die filmtechnischen Aspekte angeht ist der Film mehr als solide. Gerade die Großaufnahmen der Hindenburg, wenn die aus dem Hangar fährt, sind toll geworden. Im krassen Gegensatz zu diesen Großaufnahmen kann man durch die schmalen, langen Gangfluchten aber auch die fast klaustrophobische Enge des Passagierbereichs gut nachempfinden. Das Rumgekletter in den Mannschaftsbereichen und der Brand sind bis auf die erwähnten Todesszenen oder eigentlich gerade deswegen Hollywood-reif.
All das kann über das aufgeplusterte, aber letztlich sehr dünne Drehbuch nicht hinwegtäuschen. Wobei ich mit dem Drehbuchautor auch nicht hätte tauschen wollen, wenn RTL einen dreistündigen Event-Kracher um dieses tragische Ereignis gebastelt haben will. Der Film ist letztlich wie die Hindenburg selbst: dürres Gerippe mit viel heißer Luft (und ja, ich weiß, aber mit Wasserstoff funktioniert das Wortspiel nicht). Weniger wäre hier wahrlich mehr gewesen. Hätte RTL sich auf einen Teil beschränken können, hätte es dem Film mehr als gut getan.
Macht's beim nächsten Event-Film wie die Kollegen von Sat.1: Romanverfilmungen sind optimal für so Event-Mehrteiler - das wissen wir spätestens seit dem Seewolf ;-)